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--> Korallenriff – Ein Paradies in Gefahr: Ausstellung am RSEC in Dahab

--> Abgetaucht - Sonderausstellung zum Internationalen Jahr des Riffes 2008

--> Reef Check erhält Ehrenarward der Zeitschrift Tauchen

--> Eröffnung des Internationalen Jahr des Riffes 2008

--> Neu: Fluoreszenz-Nachttauchen in Dahab

-->Dahab Reef Monitoring 2007 - kurzer Bericht unserer Volontäre

-->Reef Check Safari mit den Sinai Divers 17.-24. Mai 2007

-->Extreme Ebbe verursachte natürliches Korallensterben am Sinai

-->Festmahl für Korallen: Planktische Flügelschnecken

 

koralle

 

 

 

 


Korallenriff – Ein Paradies in Gefahr: Ausstellung am RSEC in Dahab zum Internationalen Jahr des Riffes 2008

Eröffnung: 29. Mail 2008
Veranstalter: Red Sea Environmental Centre, RSEC, Dahab

Korallenriffe gehören mit zum Schönsten was die Natur auf Erden hervorgebracht hat. Ein Paradies, das jährlich unzählige begeisterte Taucher und Schnorchler anzieht. Für eine Weile in diese schwerelose, ruhige und faszinierende Welt eintauchen - das ist ein faszinierendes Erlebnis. Schwaden bunter Fische ziehen an einem vorüber. Stockwerke verschiedener Korallen ragen auf allen Seiten empor und beherbergen eine Vielfalt unterschiedlichster Lebewesen. Sich bewegende spitze Nadeln ragen aus dem Riff hervor, und eine leuchtendblaue Fadenschnecke erklimmt einen Korallenturm. Korallenriffe zählen zu den komplexesten Ökosystemen unserer Erde. Neben dem Tourismus haben Korallenriffe auch eine enorme Bedeutung für den Küstenschutz, für die Fischerei und die Klimaentwicklung. Heutzutage sind diese Lebensräume durch menschliche Eingriffe stark gefährdet. Mehr als 20 Prozent der Korallenriffe weltweit sind bereits verloren.
Diese unerfreuliche Situation hat uns veranlasst eine kleine Ausstellung auf die Beine zu stellen, die einerseits diese Problematik veranschaulichen, andererseits die aus Korallenriffen ausgehende Faszination unterstreichen und die Erhaltung bzw. den Schutz der Riffe fördern soll. Die Ausstellung wird in Kooperation mit Reef Check Deutschland e.V., freundlicher Unterstützung von Sinai Divers Diving Centers und mit der HEPCA veranstaltet.

Die Eröffnung findet am 19. April 2008 statt. Ab diesem Tag kann die Ausstellung täglich zwischen 8 und 18 Uhr kostenfrei bei Sinai Divers Backpackers im Zentrum von Dahab besucht werden. Begleitet wird die Ausstellung von regelmäßigen Vorträgen und lokalen Aktionen zum Riffschutz. Aktuelle Infos sind unter http://www.redsea-ec.org zu finden oder unter office.dahab@redsea-ec.org zu erfragen.

 

IYOR2008

Sarcophyton

Lagune Dahab

Napoleon Reef


Abgetaucht - Sonderausstellung zum Internationalen Jahr des Riffes 2008 in Berlin
Ab 09. April 2008
Internationales Jahr des Riffs
Veranstalter: Museum für Naturkunde

Jeder kennt die Riffe mit ihren bunten Fischen, Seesternen und Korallen als ein wundersch önes Stück Natur. Riffe zählen zu den komplexesten und faszinierendsten Ökosystemen unserer Erde und sind seit der frühen Erdgeschichte bekannt. Ihnen kommt eine enorme Bedeutung für Fischerei, Tourismus, Küstenschutz und Klimaentwicklung zu. Aktuell sind diese Lebensräume durch menschliche Eingriffe hochgradig gefährdet. Bereits über 20 % der Korallenriffe weltweit sind verloren.
Die Sonderausstellung zeigt Ihnen die heutigen und früheren Riffsysteme und vermittelt dabei aktuelle Erkenntnisse zu Entstehung, Evolution und Bedrohung von Riffen und den dafür verantwortlichen Umweltbedingungen. Leitgedanke dieser Ausstellung wird das Aufzeigen der Zusammenhänge zwischen dem vom Menschen verursachten Klimawandel und der Bedrohung der biologischen Vielfalt sein. Die Sonderausstellung wird begleitet von einer Vortragsreihe zum Internationalen Jahr des Riffes, die tiefere Einblicke in Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Riffe gibt. Die Vortragsreihe wird durch die „Freunde und Förderer des Museums für Naturkunde e.V.“ ermöglicht.

Mehr Infos hier

 

 

IYOR2008

Lagune Dahab

Lagune Dahab

 


Stiftung für Riffschutz erhält den Ehren-Award der Zeitschrift "tauchen"

Anlässlich der Eröffnung des Internationalen Jahres des Riffes 2008 würdigt der Ehren-Award der Zeitschrift „tauchen“ in diesem Jahr den Einsatz der Stiftung „Reef Check“.
Die global agierende Organisation besteht seit 1996 und ist das weltweit größte Programm von Wissenschaftlern und Freiwilligen zum Schutz von Korallenriffen. „Riffe sind nicht nur für Taucher immer wieder faszinierend, sondern vor allem von höchster Wichtigkeit für die marinen Ökosysteme und somit für den globalen Umweltschutz. Mit dem Ehren-Award honorieren wir die wichtige Arbeit der Stiftung Reef Check“, so Carolyn Martin, tauchen- Chefredakteurin. „tauchen“ ist eines der führenden deutschen Magazine im Bereich
Sporttauchen.
Der Preis wurde von Georg Heiss, dem Vorsitzenden des deutschen Reef Check e.V.
entgegengenommen. Heiss ist seit 2007 Mitarbeiter am Museum für Naturkunde Berlin, wo er die deutschen Aktivitäten im Internationalen Jahr des Riffes 2008 koordiniert.
Reinhold Leinfelder, Generaldirektor des Museums für Naturkunde Berlin,
Riffwissenschaftler und Koordinationsteamleiter für die deutschen Aktivitäten zum
Internationalen Jahr des Riffes 2008, zeigte sich sehr erfreut über die Ehrung für Reef Check, das seit dem 1. Internationalen Jahr des Riffes 1997 weltweite Bestandsaufnahmen der Riffgesundheit in Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Freiwilligen durchführt:
„Ich freue mich sehr über die verdiente Auszeichnung für Reef Check und gratuliere
besonders auch Dr. Georg Heiss für die Anerkennung seiner unermüdlichen und überaus erfolgreichen Koordinationsarbeit der umfassenden deutschen Aktivitäten von Reef Check.
Erst Reef Check hat uns das Ausmaß der globalen Gefährdung der Korallenriffe vor Augen gebracht und damit viel bewegt. Reef Check ist heute zum unverzichtbaren Bestandteil des Riffschutzes und des Überwachungsprogramms der Vereinten Nationen geworden.“
Die Verleihung des „10. tauchen-Awards“ fand am 24.01.08 im Rahmen einer festlichen Gala auf der 39. Internationalen Bootsausstellung „boot 2008“ statt, am Vorabend der Eröffnung des Internationalen Jahr des Riffes 2008. Der Ehrenpreis für Verdienste um den Erhalt der Riffe wurde zum ersten Mal vergeben.

(Pressemitteilung)

 

IYOR2008

IYOR2008

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IYOR2008

Auf der BOOT 2008 wurde am Freitag, 25. Januar 2008, 12.00 Uhr, das „Internationale Jahr des Riffes“ eingeläutet. Reinhold Leinfelder, Generaldirektor des Museums für Naturkunde in Berlin und Riffwissenschaftler, Arved Fuchs, Polarforscher und Taucher, der Biologe Helmut Schuhmacher, Franz Brümmer, Präsident des Verbandes Deutscher Sporttaucher (VDST), sowie Georg Heiss, Koordinator von IYOR in Deutschland haben die Bedeutung und Bedrohung der Riffe dargestellt sowie die vielfältigen Aktivitäten, die zu diesem wichtigen Umweltthema geplant sind, vorgestellt.

(Pressemitteilung)

 

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Foto: Georg Heiss

IYOR2008

Auch das RSEC wird mit einigen Aktiviäten und Aktionen das „Internationale Jahr des Riffes“ unterstützen, um das Bewusstsein und Verständnis von Bevölkerung, Wirtschaft und Politik für die  Funktionen von Riffen, für deren Schutzwürdigkeit und die nachhaltige Nutzung der Riffe zu stärken. Dazu in kürze mehr.

 

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Foto: Gert Wörheide


NEU in Dahab: Fluoreszenz-Nachttauchen

Erlebe das Korallenriff in fluoreszierenden Farben leuchten!

Ab sofort habt ihr in Dahab die einzigartige Möglichkeit die Fluoreszenz von Korallen und anderen Riffbewohnern in einem spannenden Nachttauchgang bei uns zu erleben. Die speziellen Fluoreszenz-Tauchlampen und Masken-Filtervorsätze werden zukünftig auch Teil unseres Riffbiologischen Kursprogramms sein. Ein absolutes Muss für jeden Taucher.

  Fluoreszenz
FluoreszenzFluoreszenz
  Fluoreszenz

Dahab Reef Monitoring 2007 - 17.8.- 8.9.2007

Der Wissenschaftler Christian Alter vom Red Sea Environmental Centre (RSEC) in Dahab hat ein Reef-Monitoring-Programm entworfen, welches auf  der Standard-Reef-Check-Methode basiert. Dieses erweiterte Reef-Check-Protokoll, momentan umgesetzt im „Dahab Reef Monitoring“, hat einen höheren Anspruch sowohl an qualitativen als auch an quantitativen Informationen in ausgesuchten Riffgebieten zum Ziel. Kurz, die Erhebung von Fischen und Invertebraten (wirbellose Tiere), beinhaltet zusätzliche Indikator-Arten und die Substrat-Erfassung weist eine Diversifikation von über 30 Kategorien auf.
Eine vierte Erhebung, Korallenschäden betreffend, enthält umfangreiche Daten über Verletzungen an Korallen, die natürlich entstehen (z.B. durch Korallen fressende Schneckenarten), aber auch menschliche Ursachen haben, wie das Abbrechen und Abschürfen von Korallen.
Die Datenerfassung für die Erhebung wird von Freiwilligen, meist Studenten der Biologie oder diplomierte Biologen, durchgeführt. Die Freiwilligen werden für die Bestimmung von Indikator-Organismen und den unterschiedlichen Arten von Schäden an Korallen geschult. Am Ende dieses 4 Tage dauernden Trainings, müssen die Teilnehmer zur Qualitätssicherung, ihr Erlerntes in mehreren Tests beweisen.Das Training für das Dahab Reef Monitoring 2007 begann am 17. August mit der ersten Einführung in die Theorie. An den ersten Tagen ging es primär darum, die Indikatoren wie auch verschieden Schäden an Korallen inklusive wichtiger Korallengattungen zu erlernen und unter Wasser identifizieren zu können Am dritten Tag übten wir unter Wasser das erste Mal mit einen Übungstransekt. Am Ende des Trainings Tag gab es die Tests, um zu kontrollieren, ob jeder die Indikator-Organismen identifizieren kann.
Die eigentliche Erhebung startete am 21. August in Abu Helal, einem Tauchplatz nördlich von Dahab. Während der kommenden Wochen waren wir an unterschiedlichen Tauchplätzen rund um Dahab und deckten dabei die wichtigsten Tauchplätze mit unseren Riffuntersuchungen ab.
Wir besuchten dabei auch das phantastische Blue Hole mit seinen steil abfallenden Wänden und wir besuchten Shaab Said, ein Tauchplatz, der nur selten von Tauchern frequentiert wird. An letzterem findet man zahlreiche enorme Korallenblöcke, welche noch immer in gutem Zustand sind. In Gabr el Bint erwartete uns eine große Überraschung – ein riesiger Walhai schwamm genau in dem Moment vorbei, als wir unseren Transect beendeten. Dies war nicht der einzige phantastische Besucher während des Reef Checks, bei den Golden Blocks schwebte ein Manta-Rochen direkt über unseren Köpfen.
Aber wir hatten nicht immer nur gute Begleiter; eines Tages durchtrennten einige Taucher unsere Transect-Leine und versuchten sie zu entwenden. Doch wir konnten sie einholen und bekamen unsere Leinen zurück.
Meist bekamen wir aber ein sehr positives Feedback von Tauchern und auch von den einheimischen Diveguides.
Am Dahab Reef Monitoring teilzunehmen war wirklich eine gute Erfahrung und alle von uns lernten viel über das marine Leben und wie es zu schützen ist! Wir sind sehr glücklich, dass wir einen kleinen Beitrag dazu leisten konnten, Sinais einzigartige Umwelt schützen zu helfen.

Teams:
Korallenschäden: Barna Kasiba und Nina Milton (Österreich, Norwegen)
Fische: Claudia Pogoreutz und Julia Schnetzer (Österreich, Deutschland), Vicky und Tobias von Mach (Deutschland)
Invertebraten (Wirbellose): Katja Trübenbach und Susi Greiner (Deutschland, Österreich), Laurant Guyard und Kevin Lee Payne (Frankreich, Südafrika)
Substrate: Team-Wissenschaftler Christian Alter (Deutschland) und Dr. Alexander Keck
GPS und Vorbereitungen: Karsten Block und Marie-Kristin Fonfara (Deutschland)

Autoren: Julia Schnetzer / Nina Milton

 

1. Bootstour

1. Bootstour nach Gabr-el-bint

2. Bootstour

2. Bootstour nach Gabr-el-bint

Übungstransekt

Beim 1.Übungstransect

Volontäre beim Abschlusstest
Volontäre beim Abschlusstest
Volontäre beim Abschlusstest
Mit einer Lampe sieht man alles!
Volontäre beim Abschlusstest
Übersichtsaufnahme eines Riffabschnittes von oben

Reef Check Safari mit den Sinai Divers 17.-24. Mai 2007

Vom 17.-24. Mai ging es dieses Jahr, wie im Vorjahr auch, zu den faszinierenden und vielfältigen Korallenriffen rund um die Südspitze der Sinai-Halbinsel. Mit an Bord waren 13 begeisterte Taucher, die aktiv bei den Riffuntersuchungen teilnehmen wollten. Nach einem kleinen Intensivkurs an den ersten beiden Tagen ging es dann auch schon los. Täglich führten wir ab da eine Reef Check Untersuchung an ausgewählten Tauchplätzen durch. Die Aufnahme der verschiedenen Reef Check Indikatoren zur Bestimmung der Riffgesundheit, fand während diesem einen Tauchgang am Tag statt. Die restliche Zeit nutzten wir, um die Besonderheiten und Schätze der Tauchplätze bei normalen Tauchgängen zu entdecken. Zwei besonders engagierte Taucher ließen sich während dessen zusätzlich zu Reef Check EcoDiver ausbilden. Dieser Reef Check Specialty Kurs gibt neben der Einführung in die Reef Check Methode mit ihren Indikator-Arten u.a. auch einen Überblick über das Entstehen und die heutigen Bedrohungen der Korallenriffe. Zwei Tauchlehrer nahmen im Rahmen von Reef Checks EcoAction Program an einem „Trainings of Trainers“ Kurs teil der auf der Safari seinen Abschluss fand. Dieser befähigt sie als Reef Check Instruktoren die Reef Check Kurse selbständig zu unterrichten.

Auch das normale Tauchen bot den Gästen der Safari einige Abwechslung dieses Mal: Schon beim 1.Tauchgang patrouillierte ein kleiner Weißspitzen-Riffhai an unserer Tauchgruppe vorbei. Die darauf folgenden Tage standen im Zeichen des Delfins. Der Anfang machte eine Schule von um die 30 Tiere, die wir bei Shaab Danab schnorchelnd eine Zeit lang begleiten durften. Bei den folgenden Tauchgängen kam es hier und da dann noch zu Begegnungen mit kleineren Gruppen von kleinen Tümmlern Tursiops aduncus. Auch einige Karettschildkröten Eretmochelys imbricata standen auf der Liste der großen Meerestiere, denen wir während der Safari begegneten. Nicht so auffällig aber nicht weniger interessant war eine weitere außergewöhnliche Beobachtung: An den Tiranriffen beobachteten wir das Ablaichen einer bestimmten Lederkorallenart, wobei sie leuchtend gelbe Ei-Pakete in das Freiwasser entsandte, die stellenweise aber noch an der Koralle haften blieben.

Wir danken Sinai Divers, den langjährigen Partnern von Reef Check, die diese Expedition großzügig unterstützt haben. Der Aufenthalt des Reef Check-Wissenschaftler wurde gesponsert, und Sinai Divers überwies eine großzügige Spende an Reef Check e.V. in Deutschland, um die weitere Arbeit der Organisation und der Wissenschaftler/innen für den Erhalt der Riffe zu unterstützen.

Wir danken auch der verantwortlicher Tauchlehrerin Sylvia und der gesamten Bootscrew für den reibungslosen Ablauf und sehr angenehmen Aufenthalt auf der Ghazala I.

 

  RC-Safari

Das Reef Check Team in Aktion: 2 Katalanen bei der Untersuchung des Substrates. 

 

RC-Safari

Das Reef Check Team in Aktion: Tauchlehrerin Lucy übt das richtige Auslegen der Transektleine

 

RC-Safari

Das Reef Check Team auf dem Sonnendeck der Ghazala I.

 

RC-Safari

Abschlussfeier nach ägyptischer Art


 

Extreme Ebbe verursachte natürliches Korallensterben am Sinai

Extreme Gezeiten sind eine der voraussagbarsten natürlichen Einflüsse auf ein Korallenriff. Sie bestimmen die Zonierung im Litoral (Strandzone, Riffdach) und begrenzen das vertikale Korallenwachstum, aber verursachen selten ein Massensterben der Korallen. Das Trockenfallen des Riffdaches können Korallen eine gewisse Zeit überstehen, in dem sie vermehrt Schleim (Mucus) produzieren. Allerdings kann das Zusammenfallen von durch die Planetenkonstellation verursacht extreme Ebben und starke Einstrahlung der Sonne um die Mittagszeit weit verbreiteten Schaden unter Korallen verursachen. Eine Untersuchung von dem Größen Barriere Riff in Australien ergab eine Schädigung von 40-75 % der Korallen auf dem Riffdach. Ein ähnliches Phänomen beobachteten wir Ende März in Dahab. An vier aufeinander folgenden Tagen (19.-22.), trafen absolute Windstille mit extremer Ebbe um die Mittagszeit und damit verbundener hoher Sonnenstrahlung zusammen. Durch die Windstille gab es keine Wellen und Spritzwasser, die die Austrocknung der Korallen verhindern bzw. den Einfluss der Strahlung vermindert hätte können. Das Korallensterben auf Riffdach beobachteten wir an allen von uns untersuchten Standorten in Dahab. Wahrscheinlich sind durch diesen natürlichen Einfluss die ganzen Küstenbereiche des Golfes von Aqaba betroffen gewesen. Durch das Ereignis sind viele kleinere Korallenkolonien vollkommen abgestorben, während größere Kolonien zumeist teilweise noch lebende Bereiche zeigten. Bei diesem Prozess löste sich das Korallengewebe, meist zuerst an den äußeren Stellen der Skelettwand, ab und legte so dieses frei.  Teilweise hing das Gewebe noch in Fetzen an der Koralle und wurde dann weggespült. In der Öffnung, in der der Korallenpolyp sitzt waren noch Gewebsreste zu erkennen. Die oberen Bereiche  der betroffenen Kolonien waren durch die längere Exposition stärker beschädigt als untere, die unter Umständen noch vollkommen intakt waren. Korallebleiche im eigentlichen Sinn, d.h. das Ausstoßen der symbiotischen Algen durch die Koralle, aber immer noch intaktes, farbloses Gewebe, wurde nicht beobachtet. Die nur teilweise abgestorbenen Kolonien können sich sicherlich zu einem gewissen Grad erholen, müssen aber mit den Algen konkurrieren, die sich sofort auf jedem noch so kleinem Teil nacktes Korallenskelett festsetzten. Nach einer Woche konnte man alle betroffenen Kolonien in glänzendem Grün der Algen scheinen sehen, welches die hellen weißen Zeugen dieses Korallensterbens bedeckte. Wir schätzen der natürliche „Schaden“ der Korallenkolonien liegt je nach struktureller Beschaffenheit des Riffdaches in einem Bereich zwischen 25-75 %. Die erste Riffuntersuchung, die wir nach diesem Ereignis durchführten, ergab eine Dezimierung um 50 % des Steinkorallenbewuchses auf einem Riffdach im Süden von Dahab.

Christian Alter

   
am ersten Tag
Exponierte Korallenkolonie (Pocillopora verrucosa) am ersten Tag
am zweiten Tag

Beschädigte Hirnkoralle (Platygyra daedalea) am zweiten Tag. Korallenskelett ist größtenteils sichtbar

am dritten Tag

Fast gänzlich abgestorbene Kolonie (Pocillopora verrucosa) am dritten Tag

 

Alle Fotos © Christian Alter


 

Festmahl für Korallen: Planktische Flügelschnecken
Text & Fotos: Dipl.-Biologe Christian Alter

Wer hat als Taucher schon mal eine (Stein)Koralle beobachtet, wenn sie im „Jagdfieber“ ist? Die Rolle der Korallen als „Räuber im Riff ist zumeist wenig bekannt und der Beuteerwerb bleibt dem Taucher bzw. dem bloßen menschlichen Auge auch in der Regel verborgen. Bekannt ist vor allem die Symbiose mit einzelligen Algen (Zooxanthellen), die im Innern der Korallenpolypen vorkommen, denen sie auch ihre Färbung geben und von deren Produkten sich die Korallen überwiegend ernähren. Deshalb verharren die meisten Korallen tagsüber relativ inaktiv, das heißt mit eingezogenen Polypen und nur die partnerschaftlichen Algen für sich arbeiten lassend.

Dies ist auch das Bild, welches den meisten Tauchern vertraut ist. Nur besonders aufmerksame Taucher haben sich vielleicht schon einmal bewusst Korallen bei Nacht, während ihrer aktiven „Jagd-Phase“ angeschaut: Ein sich mit dem Wasser bewegender Rasen aus Polypen mit ihren nesselzellenbesetzten Fangarmen (Tentakeln). In diesem Zustand hat die Koralle wenig gemein mit ihrem Erscheinungsbild während der inaktiven Tagphase und stellt eine drohende Gefahr für  die meisten der im Plankton lebende Organismen dar, wie z.B. Larven verschiedener Krebse, Muscheln oder Schnecken. Diese laufen nämlich Gefahr bei Berührung mit den feindlichen Tentakeln von unzähligen Nesselfäden durchstoßen und betäubt oder angeleimt zu werden. Die so erbeuteten Nahrungsobjekte befördert der Polyp sogleich in den Magenraum, wo sie bis auf die unverdaulichen Teile (Skelett, Schale) zersetzt, verdaut und von der Magenwand des Korallenpolypen aufgenommen werden. Die unverdaulichen Reste befördert der Polyp, nach der Mahlzeit durch den Mund wieder nach außen. So werden von dem Heer an Korallen Nacht für Nacht unzählige Tierchen aus dem Plankton gefischt, ohne dass wir etwas davon  ahnen. Am folgenden Tag ist meist nichts mehr von dem nächtlichen Schmaus zu sehen.

Im Fall der Flügelschnecken gestaltete sich das jedoch anders: Im Frühjahr dieses Jahres kam es nämlich einmal zu einem besonderen nächtlichen Festmahl der Korallengemeinschaft, dessen Spuren auch noch am nächsten Tag für alle sichtbar waren. Auslöser war ein Massenvorkommen beschalter Flügelschnecken aus dem Plankton, so genannter Pteropoden, kleine, im freien Wasser lebende Schnecken mit einem zu Flügeln umgestalten Fuß. So war eine Vielzahl an Korallenkolonien zu sehen, die mit vielen „Nadeln“ gespickt zu sein schienen. Die Kolonien erinnerten so an Nadelkissen die noch damit beschäftigt schienen, die unverdaulichen, teilweise über 1 cm langen Schalen vom nächtlichen Beutefang loszuwerden. Die Schalen steckten noch mit ihrem dickeren Ende in den Mundöffnungen der Polypen. Bei den beobachteten (Stein)Korallen handelte es sich fast ausschließlich um Vertreter der Waben- und Hirnkorallen (Familie Faviidae), Arten mit etwas größeren Polypen beziehungsweise Mundöffnungen.

Wer mehr hierzu erfahren möchte oder ähnliche Beobachtungen gemacht hat und dazu Fotos vorweisen kann, ist in unserem Forum herzlich willkommen. Und wenn jemand bei seinem nächsten Nachtauchgang eine Koralle sieht, die stark an einen Igel erinnert, weiß der Betreffende, was es damit wahrscheinlich auf sich hat…

Fotolegenden:
1, Hirnkoralle (Platygyra lamellina) gespickt mit  Flügelschnecken-Schalen
2, Flügelschnecken -Schalen in den Mundöffnungen einer Hirnkoralle (Platygyra daedalea)
3, Wabenkoralle (Echinopora gemmacea) mit „Nadeln“

 

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Einsatz von Volontären am RSEC:
Dahab Reef Monitoring 2006 an der Feldstation des RSEC


Neben dem jährlichen Reef Check in Dahab wurde dieses Jahr vom 12. - 21. August zum ersten Mal ein erweitertes Reef Monitoring unter der Leitung des Red Sea Environmental Centre in Dahab durchgeführt. Ziel dieses Projektes ist es, den Zustand der Korallenriffe detaillierter darzustellen und auf die potentiellen Bedrohungen der Riffe und Riffgemeinschaften im Golf von Aqaba einzugehen.
Es wurden 4 Datentypen von der allgemeinen Reef Check-Methodik übernommen und erweitert: Standortbeschreibung, Fische, Wirbellose (Invertebraten) und Substrat. Weiter wurde Coral Damage als eigene Untersuchung hinzugefügt. Vor dem Monitoring wurden 6 Trainingstauchgänge absolviert, damit gelernt werden konnte, die Indikatorarten, Korallengattungen und Substratkategorien exakt zu identifizieren. Die Daten wurden von Staff und VolontärInnen des RSEC während zweier Tauchgänge pro Tag in verschiedenen, vorher festgelegten Tiefen aufgenommen. Weiter waren die VolontärInnen bei allen Vorbereitungen, der Durchführung, der Dateneingabe und Nachbesprechung des Monitorings involviert. Die Arbeit unter Wasser war für die Biologie-Studierenden eine lehrreiche und positive Erfahrung, welche viel Spass bereitet hat. Die Daten werden in den kommenden Wochen von den Mitarbeitern des RSEC analysiert. Für die Zukunft sind am RSEC in Dahab jährlich zwei der erweiterten Reef Monitoring-Einsätze geplant, zusätzlich zum Angebot des Standard Sommer Reef Check, das von einer der örtlichen Tauchbasen koordiniert wird.

BILDUNTERSCHRIFTEN:

1-Volontäre bei der Substrat-Datenaufnahme
2-Hinweisschilder für andere Taucher
3-Monitoring-Abschnitt mit Korallenschäden
4-RSEC Reef Monitoring Team (August 2006)

team
 

Volontaere-bei-Substrat

Hinweisschilder

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